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DRITTES NATIONALES RESSOURCENFORM

 

Von Donnerstag, 24. Jänner bis Freitag, 25. Jänner fand das mittlerweile dritte Nationale Ressourcenforum in der Mozartstadt Salzburg statt. Der Verein beschäftigt sich mit der Bewusstseinsstärkung für Ressourcenfragen und Nachhaltigkeit. Unter den zahlreichen TeilnehmerInnen befanden sich auch VertreterInnen der Landjugend Salzburg.

 

Im Zuge der offiziellen Eröffnung am Donnerstagabend begrüßten Rudolf Zrost, Präsident des 2013 gegründeten Nationale Ressourcen Forums Austria, die zahlreich erschienenen Gäste. Mit der Frage „Müssen wir sparsamer werden?“ richtete er sich direkt an die Zuhörenden. Sein Appell lautete, dass Ressourcenschonung jeden einzelnen betrifft und auch jeder einzelne für sich gefragt ist. Herr Zrost ging auch auf die Gründung des Nationalen Ressourcenforums ein. Dabei zeigt die Landwirtschaftskammer Österreich gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer Salzburg und der Salzburger Industriellenvereinigung, wie wichtig es ist, an einem Strang zu ziehen. Insbesondere die Industrie ist mit dem bekannten Thema Ressourcenverknappung betroffen. Deshalb ist es nicht nur aus ökologischer Sicht, hingegen auch aus ökonomischer Sicht obligat, dass sich verarbeitende Betriebe damit beschäftigen.

 

Unter den Ehrengästen befand sich auch Landesrat Sepp Schwaiger, der sich zu Beginn seiner Grußworte mit dem Gedanken auseinander setzte, ob Salzburg der richtige Ort für ein solches Ressourcenforum sei. Mit einer Vielzahl von Argumenten, wie einer 50 %igen Versorgung durch erneuerbare Energien und rund der Hälfte landwirtschaftlicher Biobetriebe konnte er seine Frage mit einem klaren Ja beantworten. Er plädierte darauf, dass eine Veränderung nicht immer von der Politik ausgehen müsse, sondern jeder aktiv daran arbeiten könne.

 

„Wieso tun wir uns das an? Es geht eh!“
Mit dieser Aussage setzte sich Generalsekretär des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus Josef Plank auseinander. Er sieht die Chance in vernetzten Diskussionen, da es nicht reicht, wenn nur ein Teil der Produktionskette auf Ressourcenschonung und nachhaltigen Handeln Acht gibt. „Es fängt beim Produktdesign an und muss sich bis zum Schluss durchziehen. Es muss ein gewisser Bogen gespannt werden, um diesen Kreislauf möglich zu machen“, so Plank.

 

Als Hauptredner des Abends nahm Prof. Michael Braungart von der Leuphana-Universität Lüneburg, EPEA Internationale Umweltforschung, die Anwesenden mit auf einen sehr unterhaltsamen Ausflug in die Welt der Wissenschaft. Mit dem Prinzip von Cradle to Cradle (zu Deutsch von der Wiege zur Wiege) brachte er auf den Punkt, dass es nicht immer darum geht, Bestehendes zu optimieren, sondern es oftmals zielführender ist, ganz neue Wege einzuschlagen. Nachhaltigkeit ist für ihn ein moralisches Thema und deshalb in diesem Maße jedem Einzelnen überlassen. Besonders in Stresssituationen wird oftmals auf die Nachhaltigkeit vergessen. Er untermauert dieses Statement mit dem Beispiel von Staus auf niederländischen Autobahnen. 70 % der Staus werden durch Spurwechsler verursacht. Trotz dieses Wissens wechselt er aber selbst manchmal die Spur. Sein Fazit daraus lautet: „Nachhaltigkeit ist somit das Gegenteil von Innovation und echte Innovation ist nicht nachhaltig“.


Auch die Aussage „Es ist für Menschen unmöglich klimaneutral zu leben. Dafür dürfte man nicht existieren“, regte viele zum Nachdenken an. „Die Natur ist nicht unsere Mutter. Sie ist eine Art Lehrerin oder Partnerin, was so viel bedeutet, dass wir von ihr lernen können, mit ihr zusammen arbeiten und sie sich nicht um uns sorgt. Dabei ist es wichtig auf die Effektivität zu achten und Effizienz manchmal außen vor zu lassen.“ Als Vorzeigebetrieb, der sich mit den Grundprinzipien des Cradle to Cradle beschäftigt, nennt Braungart die Druckerei „gugler*“. Weltweit einzigartig hat der Kunde hier die Möglichkeit, Drucke produzieren zu lassen, die nur natürliche und im Kreislauf rückführbare Substanzen enthalten. Effektivität statt Effizient. Abfall = Nahrung. Rundum gesund. Diese drei Ansichten machen den Unterschied.

 

Als weiterer Programmpunkt fand eine Podiumsdiskussion statt, bei der Moderator Manfred Perterer, Chefredakteur der „Salzburger Nachrichten“, seinen Gästen Fragen zu ihren jeweiligen Bereichen stellte. Mit dabei waren die Vorredner Herr Braungart und Josef Plank. Weiters gab Dr. Xaver Edelmann, Obmann des World Resources Forum, Dr. Christian Helmstein, Chefökonom der Industriellenvereinigung und Dr. Christine Lemaitre, CEO der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen, ihr Wissen zum Besten.

 

Ein gemütlicher Ausklang bei dem sich interessante Gespräche ergaben rundete den Abend ab.

 

Landjugend Salzburg

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