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Wie zufrieden bist du?

 

Wir kennen sie alle – die typisch österreichischen Suderer. Man kann ihnen nichts recht machen und Tag ein Tag aus werden wir von ihren Jammereien begleitet. Ob frierende Kälte, zu viel (oder zu wenig) Schneefall im Winter oder die unausstehliche Hitze im Sommer. Die aktuelle Politik oder die Kleidung der Nachbarin – es gibt tausend Gründe, sich tagtäglich zu beschweren. Wenn man dann doch nach dem Gefühlzustand des Gegenübers fragt, wird oftmals nur ein „Passt schon“ retourniert. Gibt es eigentlich noch zufriedene Österreicher? Was macht Zufriedenheit überhaupt aus?

 

Duden beschreibt das Wort „Zufriedenheit“ als Erfüllung, Freude und Harmonie. Mit den gegebenen Umständen und Verhältnissen in Einklang und daher innerlich ausgeglichen zu sein. Meine Großmutter pflegte zu sagen: „Worüber hätte man sudern sollen, wir hatten ja nix“. Das stimmt definitiv. Oftmals werden die nüchternen Betrachtungen von früher als Vergleich zur heutigen Unzufriedenheit, welche wohl aufgrund des Wohlstandes gewachsen ist, herangezogen. „Früher war alles besser“. „Früher waren die Leute glücklicher“. Mag sein. Dennoch muss verstärkt der Frage nachgegangen werden, welche Umstände in der heutigen Zeit dazu führen, dass wir oft unzufrieden durch die Welt irren.

 

Da kommt mir ein Stichwort in den Sinn: Zeit. Wir alle haben sie, brauchen sie und hätten gerne mehr davon. Hat man nicht selbst oft das Gefühl, die Zeit verstreiche immer schneller und schneller? Insbesondere in der kommenden vorweihnachtlichen Zeit? Aus der sich vorgenommenen gemütlichen Adventszeit mit Tee und Weihnachtskeksen werden Läden voller Menschenmengen, Einkaufsstress und daraus resultierende schlechte Laune sowie hohe Erwartungen an Zuneigung von den Liebsten. Werden die Erwartungen nicht erfüllt, folgen Streit, Tränen und unerfüllte Vorfreuden. Wo bleibt da die Zufriedenheit? Zufriedenheit darüber, das Fest im Kreise der Familie feiern zu können?

 

Eine von Statistik Austria veröffentlichte Studie zeigt, dass die Mehrheit der Österreicher mit ihrem Leben zufrieden ist. Gründe dafür sind die positive wirtschaftliche Entwicklung, Ausbildung und Gesundheit. Ist das alleine das Geheimrezept für Zufriedenheit?

 

Unter anderem. Sichere wirtschaftliche Entwicklungen und eine gute Gesundheit sind allemal maßgeblich für ein zufriedenes Leben, sofern sie von uns auch wirklich geschätzt werden. Doch es steckt noch mehr dahinter. Vielmehr ergibt sich Zufriedenheit aus einer gesunden Mischung zusätzlicher Aspekte. Zum einen standhaft in seinen Ansichten zu sein. Zu tun, was man für sich selbst als richtig bekennt oder nicht gegen eigene Prinzipien zu arbeiten. Sich selbst verwirklichen, sei es im Beruf, in der Gemeinde oder Familie. Und zum anderen, dass persönliche Erfolge bereits in kleinen Dingen gesehen werden. Eigene Grenzen zu erkennen und diese zu akzeptieren. Und insbesondere, sich Zeit zu nehmen, für Dinge, die einen gut tun. Die gegebenen Umstände zu schätzen und vor allem Zufriedenheit zu leben.

 

Michaela Gassner

Landjugendreferentin

 


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